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Entwicklung bei Cannabis - Bald keine Droge mehr in Deutschland?

Artikel des Gastautors Claus E. Dürke, 03.01.2019

Cannabis Pflanze

Cannabis war im Jahre 2018 weltweit auf dem Vormarsch. Der Anbau von medizinischem Cannabis erweckt weltweit Hoffnungen bei Ländern, Patienten und Unternehmen. 10.000 Patienten erhalten in Deutschland mittlerweile Cannabis auf Rezept. In Kanada erfolgte im Jahr 2018 die Legalisierung dieser Droge, so wie sie zumindest früher bezeichnet wurde. Die konservativ ausgerichtete Regierung in Österreich unter Bundeskanzler Kurz will den Anbau und Vertrieb von Cannabis verbieten.

 

Entwicklung in Deutschland

Die Bundesregierung  dagegen versucht klare Verhältnisse zu schaffen.  Die Parteien benannten neue drogenpolitische Sprecher. Die FDP möchte Cannabis Modellprojekte, die Linke will den Besitz von Cannabis zum Eigenbedarf legalisieren und Bündnis 90 / Die Grünen brachten einen Gesetzentwurf für ein Cannabis-Kontrollgesetz zur Diskussion in den Bundestag. Es erfolgte eine 45-minütige Debatte. Im Anschluss an diese Debatte wurden alle 3 Vorschläge zur Beratung an den Gesundheitsausschuss überwiesen.

 

Importe aus Kanada - Weltweit steigender Bedarf

Es bahnt sich ein riesiges Geschäft an. Zunächst importierte Deutschland aus Kanada größere Mengen medizinisches Cannabis, was weltweit Aufsehen erregte. Im Laufe des Jahres kündigten mehrere Länder die Herstellung von medizinischem Cannabis an.  Lesotho, das kleine, afrikanische Land kündigte an, Lizenzen für den Anbau und Export zu vergeben. Lesotho ist ein traditionelles Anbauland für Cannabis. Die Hysterie und der weltweit steigende Bedarf für dieses Produkt bietet eine positive Zukunftsperspektive. 

 

In Deutschland sind dagegen heftige Debatten zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Pflanze entstanden.  Die Ärztekammer Sachsen zum Beispiel hat einem Arzt, der Cannabis verschreibt davon abgeraten. Sie hat vor den rechtlichen Risiken gewarnt und das Gesetz für die Legalisierung abgelehnt. Entsprechend schwierig ist es in Sachsen Zugang zum Medizinal-Hanf zu bekommen.

 

Das Gesetz in Deutschland

Das Gesetz für Medizinal-Hanf ist in Deutschland im März 2017 in Kraft getreten. Er stieg trotz vieler Gegenbewegungen auf etwa 2 Tonnen, Tendenz weiter steigend. Im April 2018 erfolgte die Ausschreibung zum Anbau von medizinischen Cannabis. 118 Unternehmen bewarben sich, die Ausschreibung wurde jedoch vom OLG Düsseldorf gestoppt., da der vorgegebene Zeitraum zur Abgabe des Angebotes war laut Gericht zu kurz war. Vom Bundesministerium für Arznei und Medizin (BfArM) wird eine neue Ausschreibung vorbereitet.

 

Keine Lieferengpässe

Kurz gesagt, Lieferengpässe gibt es nicht. Die von Apothekern und Patienten vorgebrachten Beschwerden entsprechen nicht der Realität. In Deutschland sind über 20 Medizinalsorten von Cannabis lieferbar.

In den USA gehen die Uhren, wie unter Präsident Trump üblich, einmal wieder anders. In 10 Staaten ist Cannabis legalisiert. Der von ihm eingesetzte und bereits wieder entlassene Justizminister Jeff Sessions ist absoluter Cannabisgegner. Er wollte das Rad der Zeit zurückdrehen.

Sein Nachfolger William Barr ist auch kein Freund von Cannabis. Wohin der Zug in Amerika fährt ist derzeit nicht absehbar.

 

Der Markt in der Schweiz wächst außergewöhnlich

In 20 Europäischen Ländern ist das Rauchen von Cannabis mehr oder weniger erlaubt. In den Niederlanden zum Beispiel ist Cannabis nicht legalisiert, wird aber toleriert. Amsterdam ist die Hochburg nicht nur von Cannabis sondern auch für Marihuana. Es ist das Mekka in Europa bei diesen Produkten. Der Verkauf von kleine Mengen ist erlaubt und wird geduldet.

 

Die Diskussion um Cannabis hat sich zu einer gewissen Hype entwickelt. Der Markt wächst rasant. In der Schweiz ist CBD zu einem Kassenschlager geworden. In Großbritannien und Frankreich ist die Mehrheit der Bevölkerung für die Legalisierung, in Deutschland konnte sich die Bevölkerung noch nicht eindeutig entscheiden. Bei Amazon und Alibaba (China), den beiden größten online-Händlern in der Welt, ist CBD in vielfältiger Form bereits erhältlich. Im Internet über Google findet man ohne Probleme weitere Online-Händler. 

 

Es bleibt auch in 2019 spannend, wie die Entwicklung der Legalisierung von Cannabis fortschreiten wird.