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Messen im Wandel - Ein Bericht über die Eurobike 2018

Artikel des Gastautors Claus E. Dürke, 28.07.2018

Fahrrad Innovation

Große, namhafte Hersteller und Produzenten meiden die Eurobike

Haben Messen noch eine  Zukunft? Wenn man die Eurobike 2018 als Maßstab nimmt, kommen erhebliche Bedenken auf. In diesem Fall wurde außerordentlich viel improvisiert.

Zunächst wurde der Termin von August 2017 auf Anfang Juli 2018 verlegt, mit dem Hintergrund,  dass der Termin im August auf jeden Fall zu spät ist. Im August wäre die Saison bereits gelaufen lautet die Begründung und Ideen, Erfindungen, Patente, neue Produkte und kreative Dienstleistungen können erst im nächsten Jahr realisiert werden. Genau das wäre aber nicht unbedingt sinnvoll, da dann schon weitere neue Produkte auf den Markt drängen. Aus diesem Grunde fehlen auf den Messen vielfach schon die großen und namhaften Hersteller sowie Produzenten, wie es auch bei der Eurobike zu beobachten war. Diese Hersteller präsentieren ihre Ideen und neuen Produkte auf ihren Hausmessen und laden speziell ihre Kunden und Interessenten dazu ein. Dort können sie individuell beraten und betreut werden.

 

Kleinere und mittlere Unternehmen nutzen Messen für ihre Öffentlichkeitsarbeit

Für die KMU`s, die mittleren und kleineren Unternehmen, stellt sich die Frage des Kosten- / Nutzeneffekts.

Lohnt sich dieser Aufwand für drei Tage? In Wahrheit sind es sogar nur zweieinhalb Tage. Denn am dritten Tag beginnt der Abbau in verschiedenen Hallen schon gegen 14.00 Uhr. Ist wirklich das richtige Publikum auf diesen Messen? Wie viele Kontakte kommen zustande?

Was kostet ein Kontakt schlussendlich? Welche konkreten Ergebnisse werden erzielt?

Im Zeitalter der Digitalisierung, des medialen Wandels durch das Internet, der Schnelllebigkeit im Produktbereich fragt man sich, ob die Messen nicht ein Relikt der Vergangenheit sind. Ideen, Erfindungen, Patente, neue Produkte und kreative Dienstleistungen lassen sich heute durch Facebook, Twitter, Instergram etc. schneller und kostengünstiger transportieren. Die Zielgruppen lassen sich über diesen Medien bzw. Kanäle besser erreichen.

 

Der amerikanische Präsident Donald Trump macht es vor

Ein signifikantes Beispiel dafür, wie sich diese Medien einsetzen lassen, ist der amerikanische Präsident, der seine Regierungsgeschäfte mehr oder weniger über Twitter betreibt. Konfuzius sagt in diesem Zusammenhang:

Der Mensch hat dreierlei Wege, klug zu Handeln; erstens durch Nachdenken, das ist das Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist das Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist das Bitterste.

 

Man sollt also Nachahmen

Die kleineren und mittleren Unternehmen sollten also Wege für sich finden, ihre Kunden über ihre Entwicklungen, ihre neuen Produkte auf dem Laufenden zu halten. Ein Newsletter ist dazu eine Möglichkeit, was ist mühselig, aber auch sehr effektvoll ist.

 

Haben Messen noch Zukunft?

Wenn man Messen als Event betrachtet, ein eindeutiges „Ja“.  Die menschliche Beziehung, dass sich Kennenlernen, die Verhandlungen auf Augenhöhe, der Austausch von Erfahrungen, letztendlich die Präsentation der Innovationen, der Produktpalette bleiben wesentliche Elemente der modernen Kommunikation.

 

Eine Messe erfolgreich gestalten

Für diese Messen das richtige Publikum anzulocken und zu interessieren ist von ausschlaggebender Bedeutung für den Erfolg. Betrachten wir bei dieser Gelegenheit das Publikum bei der  Eurobike 2018. Es fällt auf, dass es überwiegend jugendliche, männliche Besucher sind, die auf den ersten Blick nicht wie Entscheidungsträger ihrer Unternehmen wirken. Es sind tendenziell eher wissbegierige Menschen, die Erfahrungen sammeln wollen und dabei von Ihren Firmen unterstützt werden -beispielsweise Techniker oder auch Entwickler. Viele andere Nationalitäten sind vertreten, wobei die Asiaten den größten Anteil haben. Es gibt auch sehr viele asiatische, sehr kleine Messestände. Diese Firmen gehen weite, mühsame Wege. Aber ohne Aussicht auf Erfolg würden sie nicht Jahr für Jahr wiederkommen!

 

Retail First Initiative

Die Retail First Initiative, das neue Einlass-Management, wurde bei der Eurobike erfolgreich eingeführt. Mit der Retail First Initiative wird der Fachhändler stärker in den Fokus der Eurobike, man kann auch sagen der Messen gerückt. Von den Ausstellern werden Retail-Fachbesucher direkt eingeladen, es entstehen dabei keine Kosten. Von den Ausstellern wird ein Link versandt unter der sich der Fachhändler bei der Messe registrieren kann, um nach erfolgreicher Qualifikation ein kostenloses Eintrittsticket zu erhalten. Dieses strenge Einlass-Management hat zwar bei der Eurobike zu einem deutlichen Rückgang der Besucherzahlen von 45.000 auf 37500 geführt, allerdings wurde hierdurch die Qualität der Besucher auf das höchste Niveau gehoben. Die Aussteller und der Fachhandel sind mit der Entwicklung sehr zufrieden.

 

Messen haben eine Chance

Messen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort mit aktuellen Rahmenbedingungen im Eventbereich werden noch eine Weile Bestandteil unseres wirtschaftlichen Lebens sein, wenn sie sich dem Zeitgeist anpassen. Es gibt den kleineren und mittleren Unternehmen Gelegenheit ihre Innovationen einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. 


Eindrücke der Eurobike 2018 vom 08.07.2018

Eindrücke der Eurobike 2018 vom 09.07.2018