Umsetzung der Idee

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Von der Idee zur Innovation

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Umsetzung der Idee: So wird aus der Erfindung ein Produkt

Nie wurden so viele neue Ideen und Innovationen in unseren Alltag eingebracht, wie heute. Selbst das "Goldene Zeitalter der Erfindungen", das späte 19te und frühe 20te Jahrhundert in denen Elektrizität, motorisierter Verkehr und effiziente Maschinen im Leben der Menschen auftauchten, hielt weniger täglich Neues bereit als die heutige Zeit. Hochentwickelte chemische und mechanische Möglichkeiten haben den Grundstein gelegt, alles umzusetzen, was wir uns vorstellen können. Doch vieles davon wurde schlicht noch nicht gedacht.

Wenn du eine hervorragende Idee hast, von der du glaubst, sie könne nicht nur neu sondern auch profitabel sein, stehen dir viele Instrumente zur Verfügung, mit deren Hilfe du die Idee in ein Konzept, eine Innovation, ein Modell und schließlich in ein echtes Produkt umwandeln kannst. Erst das fertige Produkt und dessen Verkauf zeigen, wie gut die Umsetzung der Idee tatsächlich war.


Mit der Entwicklung der Idee beginnen

Fast jeder hat ihn von Zeit zu Zeit, diesen einen Gedanken zu einem Produkt oder einer Innovation, die das Leben erleichtern oder verschönern würde. Die meisten von uns verwerfen die Entwicklung der Idee, ohne sie je mit irgendeinem anderen Menschen zu teilen und häufig stellen wir später fest, das Produkt gibt es bereits und es ist exakt so toll, wie wir uns es vorgestellt hatten. Der Unterschied zwischen dieser vermeintlichen Erfindung und einem Unternehmen, das mit der Entwicklung der Idee Umsatz macht, sind all die vielen kleinen Schritte zwischen Gedanken und marktfertigem Produkt. Den Hauptteil der Arbeit macht die Umsetzung der Idee aus. Das Produkt oder die Innovation selbst muss dabei nicht physisch sein. Die größten Geschäfte werden heute häufig mit der digitalen Umsetzung einer Idee und neuen Arbeitsprozessen gemacht. Google und Facebook haben unser Leben mehr verändert als das neue wasserabweisende Shirt im Handel oder eine neu gezüchtete resistente Tomatenart. Die Entwicklung der Idee eröffnet dabei stets zusätzliche Optionen, wie die Erfindung genutzt werden kann.


Phase 1: Von der Idee zur konkreten Erfindung

Zuerst ist da die Idee. Die Idee ist ein Gedanke, der dir unter der Dusche oder beim Beobachten von Passanten kommt. Sie kann aber auch durch Brainstorming gezielt erweckt werden. Dir fehlt der zündende Funke für die Entwicklung einer Idee? Setz dich mit anderen kreativen Planern zusammen und nehmt euch einen Lebensbereich vor. Was könnte man beispielsweise an einem Stuhl verbessern? Die Ergonomie, die Verstellbarkeit der Höhe, die Textilien mit denen er bezogen wurde. Vom schlichten Holzstuhl zur Erfindung des Bezugs war es ein weiter Weg, doch der Weg zum ergonomischen, flüssigkeitsabweisenden Hightech-Bürostuhl war weiter und führte mehr Fachfelder zusammen. Ist die Entwicklung der Idee beendet, geht es ans Prüfen. Existiert die Erfindung bereits? Eine Netzsuche verrät es zumeist innerhalb weniger Klicks. Egal wie abstrakt, wenn es Google international nicht findet, existiert es noch nicht. Aber Achtung, oft wurde die Entwicklung der Idee dennoch bereits beim Patentamt angemeldet. Am besten lassen sich Patente über Espacenet überprüfen. Hier sind über 90 Millionen Ideen erfasst, viele mehr finden sich in regionalen, beispielsweise europäischen, Patentregistern. Eine Erfindung, auf die bereits ein Patent besteht, darf nicht

übernommen und angepasst werden, sonst erhält im Zweifelsfall deine eigene Innovation keine Freigabe.

 

Die Erfindung ist brandneu? Hervorragend, dann ist der Weg frei für die Planung zur Umsetzung der Idee. In der Planungsphase suchst du Experten zu dem Thema, befragst sie zu deiner Erfindung, beteiligst sie an der Entwicklung der Idee. Die richtige Planung kann Jahre dauern. Sie kann, muss aber nicht, Entwürfe beinhalten. Ein Entwurf kann eine Notiz auf einer Serviette sein, oder ein umfangreiches 3D-Modell. Ein testweise geschriebener Code dient ebenso als Entwurf, wie eine technische Zeichnung der Erfindung. Je nach Branche wird bereits jetzt ein Prototyp gebaut, um allen Planern zeigen zu können: Darum geht es und das kann es. Zudem ist jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Marktanalyse. Bevor du in die konkrete Entwicklung der Idee wechselst, muss klar sein, dass eine Nachfrage nach dem Produkt besteht. Zwar gilt die alte Wahrheit, dass die Existenz eines Dinges die Nachfrage nach ihm schafft, noch immer. Doch wenn die große Mehrheit der in der Marktforschung befragten Personen sagt, es gibt wirklich keinen Nutzen für deine Erfindung in ihrem Leben, ist sie möglicherweise wertlos, ganz egal wie gut die Idee schien. Es gab beispielsweise eine Nachfrage für Spinnenseide produzierende Ziegen. Aber niemand hätte diese Ziegen über zwanzig Jahre lang langsam herangezüchtet, wenn Spinnenseide (für chirurgisches Garn und Hightech-Sicherheitsstoffe) nicht

gefragt wäre und die Forschung herausgefunden hätte, dass Ziegen sich für den Transport des Genes hervorragend eignen.


Phase 2: Der erste Entwurf und die Frage der Finanzierung

In der zweiten Phase der Umsetzung der Idee geht es darum, konkret zu erfassen, an was du da eigentlich arbeitest. Nicht nur du, sondern alle, die an dem Prozess beteiligt sind, wollen nach monatelanger Diskussion, Planung und Entwicklung der Idee endlich sehen, was sie tun. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für den ersten richtigen Entwurf. Dieser Entwurf muss bereits eine Machbarkeit aufweisen. Du möchtest ein mechanisches Teil entwickeln, aber bist weder Forscher für ein bestimmtes Material, noch Ingenieur oder in die Branche eingebunden, wo das Teil Anwendung finden soll? Du weißt, welches Onlineportal die Arbeitswelt revolutionieren würde, aber bist kein Webentwickler oder Programmierer? Diese Experten musst du jetzt ins Boot holen, um das erste Modell zu kreieren. Der erste Entwurf ist nicht der wichtigste an der Umsetzung der Idee, aber das Erste, was die Welt von deiner Idee sieht. Mit ihm kannst du experimentieren, ihn überwerfen, gestalten, ausbauen. Viele Unternehmen erstellen dir gegen faire Beträge einen einzelnen Prototypen, entweder als detaillierte 3D-Modell digital, das die Materialeigenschaften bereits einbezieht, oder ganz real zum Drehen in der Hand, beziehungsweise Umrunden im Raum. Als nächstes müssen mögliche Investoren dieses Modell und die Pläne zur Umsetzung der Idee sehen. Das kann die Fachjury eines Förderangebotes sein, der Entscheider über deinen Gründerkredit, oder ein privater Investor. Jetzt gilt es, die Umsetzung der Idee, ihre Funktion und ihre Rentabilität zu verkaufen. Du wirst nur dann finanzielle Mittel erhalten, wenn diese Hürde erfolgreich genommen und eine Person mit Kapital davon überzeugt ist, dass du damit Geld verdienen wirst. Die Finanzierung mit eigenen Mitteln ist möglich, aber Eigenkapital ist rar und wird selten ausschließlich verwendet.

 

Die Entwicklung der Idee schreitet voran und du hast Zusagen zu finanziellen Mitteln. Jetzt gilt es, das Unternehmen zu gründen, mit dem du die Umsetzung der Idee bis zum fertigen Produkt führst, das dein Unternehmen oder Vertriebspartner schließlich verkaufen. Das Unternehmen zu gründen, erfordert eigene Planungsprozesse zu Art der Unternehmung, Firmenzielen, Struktur, Rechtsform und vielen weiteren Faktoren. Jetzt solltest du außerdem dein eigenes Patent auf die Innovation anmelden, sofern noch nicht geschehen.


Phase 3: Die Innovation zum fertigen Produkt umsetzen

Nun geht es in der finalen Phase vor der Markteinführung zur Umsetzung der Idee in ein Produkt. Die Umsetzung der Idee in eine Erfindung kann noch theoretisch stattfinden. Die Umsetzung der Idee in ein Produkt braucht Produktionspartner. Je nachdem wie neu die Innovation ist, benötigst du Forscher, die Stoffe entwickeln und modifizieren. Im Handwerk wird der Stoff zu Flächen, Teilen und dem fertigen Produkt. Die Entwicklung der Idee muss ständig vorangetrieben werden, um die ideale Konstruktion zu finden. Auch digital leisten Programmierer die Konstruktionsarbeit. Ob Schneider, Tischler, Ingenieure oder Biologen, wenn es physisch ist, muss es gebaut, überarbeitet und zusammengesetzt werden.

 

Ist die Umsetzung der Idee in ein Produkt erfolgt, wird dieses zuerst intern, dann extern auf Sicherheit, Funktionalität und Bedienbarkeit getestet. Ist die Sicherheit nach deutschen Standards gewährleistet und durch den TÜV abgenommen, können Testnutzer der Marktforschung und deinen Mitarbeitern erklären, wie sich die Nutzung für sie darstellt. Ist die Innovation von der Zielgruppe bedienbar? Sieht die bevorzugte Kundengruppe in der Erfindung einen praktischen Nutzen? Zur Entwicklung der Idee gehört auch, Bestandteile neu anzuordnen und zu designen, wenn sie im Test durchfallen. Das fertige Produkt kann zusätzlich zur Idee durch ein Patent geschützt werden. Die Anmeldung eines Patentes dauert in Deutschland mehrere Jahre. Ein Eilpatent ist teuer und schützt nicht ausreichend. Daher solltest du ein Gebrauchsmuster anmelden, sobald die Arbeit an der Umsetzung der Idee beginnt.

 

Das Produkt ist endlich fertig und die Innovation bereit, den Alltag zu revolutionieren. Aber nicht so schnell. Bevor irgendetwas in Deutschland den Markt erreicht, wird es ausführlich getestet und untersucht. Gutachter und Prüfer der jeweiligen Branche stellen sicher, dass die Erfindung sicher und verbraucherfreundlich ist. Die Entwicklung der Idee kann zum Stopp kommen, wenn DIN-Normen, ISO-Verordnungen, Sicherheitsbestimmungen und Gesetze rund um die Innovation nicht beachtet wurden. Eine Umsetzung der Idee beinhaltet von Anfang an die Beachtung aller Gesetze. Da Unternehmen auch mit Anwalt das nicht leisten können, muss nahezu jede Erfindung überarbeitet werden.


Produktion und Vertrieb

Für Jungunternehmer und Startups ist der sicherste Weg zur Produktion der ersten Auflage eines Produktes die Produktion mithilfe eines erfahrenen Herstellers. Die Umsetzung der Idee in die konkrete Erfindung ist finanziell zu stemmen, die Anschaffung von Werkhallen, Maschinen und die Einstellung zahlreiche Facharbeiter nicht. Wer regional produziert, produziert seine Innovation zwar teurer, aber fair. Regionale Förderung gibt es zumeist auch nur dann. Verbraucher kaufen immer häufiger regional und nachhaltig. Die Einhaltung von Umweltstandards und Beantragung von Öko-Siegeln, Bio, MSC, Demeter, FSC und anderen Plaketten, zahlt sich daher aus.

 

Sowohl Logistik als auch Vertrieb können geschulte Experten übernehmen. Es lohnt sich jedoch, bei der Umsetzung der Idee langfristig an das Unternehmen zu denken und eigene Logistik- und Vertriebsteams aufzubauen. Verkauft wird am schnellsten per Onlineshop, Shopless Commerce, oder eine Mischung aus Verträgen mit Händlern und eigenem Verkauf ab Werk. An diesem Punkt ist die Entwicklung der Idee abgeschlossen, doch die nächste Innovation sollte bereits in den Startlöchern stehen. Der gesamte Prozess der Entwicklung einer Idee und Umsetzung einer Idee vom Gedanken zur Erfindung, zum fertigen Produkt, kann viele Jahre dauern. Für die Umsetzung der Idee, Entwicklung der Idee und Erfindung und Fragen rund um Produktion und Marketing solltest du unbedingt von Anfang an fachliche Hilfe einbinden. Handwerkskammern, Branchenverbände und etablierte Experten spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie kennen ihre Nische und wissen, ob und wie deine Innovation auf dem bestehenden Markt ankommt.


Partner und Finanzgeber finden

Im Erfinderpark-Partnermarkt findest du Direktkontakte zu Interessenten, Finanzgeber, Werbepartner, Produzenten, Investoren, Berater, Patentkäufer, Produktabnehmer und mehr. Mit deinem Eintrag im Erfinderpark erhöhst du die Sichtbarkeit deines Produktes und weckst somit neues Interesse.



Haftungsausschluss

Unser Ratgeber zur Entwicklung einer Idee, Umsetzung einer Idee und Markteinführung eines Produktes sollen dir einen Überblick verschaffen, wie eine Erfindung funktioniert. Er ersetzt keinen rechtlich verbindlichen Rat. Erwähnte Produkte und Innovationen stehen nicht in Verbindung mit unserem Portal. Verlinkungen führten zum Zeitpunkt der Veröffentlichung auf relevante, sichere Quellen.